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Die Post eröffnete 1925 eine Personen - Kraftpostlinie von Bremen - Arsterdamm über Brinkum nach Leeste (vorübergehend bis Syke). Sie löste 1937 die Wolterslinie Bremen - Brinkum ab und wurde im selben Jahr bis zur Stadtmitte verlängert. 1939 verkehrten werktags 12 und sonntags bis zu 18 Fahrtenpaare. Der Krieg brachte starke Einschränkungen. Die Busse fuhren nur bis Arsterdamm. Der Sonntagsdienst fiel ganz aus. 1947 wurde wieder werktags mit 11 und sonntags mit 6 Fahrtenpaaren begonnen. Im November 1925 sollte, statt mit der Bahnpost, die Post im geschlossenen Wagenabteil befördert werden. Der Bahnpostschaffner wäre damit überflüssig geworden. Da aber vom Verlagspostamt Brinkum an den letzten 3 Tagen jeder Woche die Säcke mit dem "Reichsmechaniker", der bei der Firma Hillje gedruckt wurde, versandt werden mußten, führte dies jetzt bei der Kleinbahn zu Schwierigkeiten. Daher sollte die Personenkraftpost |
Von links nach rechts: W. Tabbert, Schalterbeamter, Huthoff (sitzend), H. Röpke, H. Kniemeer, H. Wienken. |
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Fräulein Voshage erinnert sich: Willy Tabbert war in seiner Jugend "Alter Kämpfer" der Nazis gewesen. Nach 1933 sollte er den Lohn dafür bekommen. Doch er weigerte sich standhaft und lehnte jede Beförderung ab. Einmal wurde er gehänselt: "Du Willy, der Apotheker will jetzt den Völkischen Beobachter bestellen; wir haben zu ihm gesagt, du erwartest das." Da wurde er zornig. "Wie kann ein so gebildeter Mann wie der Apotheker sich von einem kleinen Briefträger vorschreiben lassen, was er lesen soll?" Sofort wollte er zu ihm und ihm die Bestellung ausreden. - Die Sache war ein Scherz. Doch man erkannte daran seine Gesinnung. Als sich Ende 1944 die Russen der Oder näherten, ertrug er es zu Hause nicht mehr und meldete sich 48-jährig freiwillig an die Front: In Brandenburg, wo auch seine Heimatstadt Neuruppin steht, wurde er vermißt. Er hinterließ eine Frau und drei Kinder. |
Auf dem linken Bild Heinrich Röpke vor dem Kriege in der Gr. Mühlenstraße als Briefträger. Rechts als Buskassierer vor dem Bremer Hauptbahnhof. Das weiße Hemd hatte er schon angezogen, weil er nach Dienstschluß kellnerte. Links daneben Heinrich Hinners. |
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Heinrich Kniemeyer war ein postalisches Urgestein Brinkums. Er war über vierzig Jahre zunächst als Zusteller und nach dem Kriege als Schalterbeamter tätig. In seiner Freizeit schaffte er in seinem großen Garten. Nach dem Kriege versorgte er die Kantine des Postamts 5 mit frischem Gemüse. |
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Zum Bild auf der Vorderseite:
Huthoff (sitzend) war Zweigamtsvorsteher. Er war Deutscher Kegelmeister und
verbrachte jede freie Minute in Försters Kegelbahn beim Training.
Hans Wienken (rechts) war Telegraphenleitungsaufseher und wohnte oben im Postamt. |
Das Postamt in den Dreißiger Jahren |
Försters Hotel (ehem. Lindhorst) |
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dieselben mitnehmen. Postmeister Sürie lehnte dieses jedoch ab, weil die Personenkraftpost nur bis Arsterdamm ging und eine Leitung der Säcke über Syke, wegen Wegfalls der Teilstrecke Leeste - Syke, nicht möglich sei, ganz abgesehen davon, daß die Personenkraftpost für die Beförderng von 100 Zeitungssäcken nicht geeignet sei. Er beantragte daher, von einer Umwandlung der Bahnpost abzusehen. Der Bahnpostschaffner werde beim Verladen der Zeitungssäcke dringend benötigt. All diese Schwierigkeiten waren vorbei, als 1928 die sogenannte "Landverkraftung" durchgeführt wurde, so daß die Sendungen morgens mit der Landkraftpost gebracht und abends geholt wurden. Das Postamt Brinkum war jetzt ein Zweigpostamt des Postamts Bremen 5. Beschäftigt wurden 6 Vollkräfte (1 Telegrafenleitungsaufseher, 1 Zweigpostamtsvorsteher, 2 Ortszusteller und 1 Landzusteller für Erichshof und Hörden. Am 01.06.1940 wurde wegen der kurz vor dem Kriege erbauten Siedlungshäuser eine Aushilfskraft für 11 Stunden genehmigt. Im Laufe des Krieges erhöhte sich die Stundenzahl wegen der in Brinkum stationierten FLAK - Einheiten auf 33. Der Dienst mußte jetzt überwiegend von Frauen und wehrdienstuntauglichen Männern verrichtet werden. Nach Einmarsch der Engländer im April 1945 wurden als Vergeltung für den Widerstand der SS in Brinkum alle wichtig erscheinenden Gebäude durch Flammenwerfer in Brand gesteckt. Försters Hotel und mit ihm auch das Postamt wurden total zerstört. Wochenlang ruhte der Betrieb völlig, bis die Post im Juni 1945 eine Notunterkunft in Gefkens Gasthaus an der Syker Straße erhielt. |
1945 wurde das Postamt bei Einmarsch der Engländer völlig zerstört. |
Die Post bekam eine Notunterkunft in Gefkens Gasthaus. |
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Die Suche nach einem geeigneten Gebäude hatte ein Ende, als der bisherige Verpächter Fritz Förster bereit war, das neben dem ausgebrannten Hotel und Postamt liegende kleine Gebäude nach den Plänen der Post auszubauen. Neben dem Postamt sollte auch das Wählamt dort Platz finden. Am 01.09.1946 wurden die neuen Diensträume bezogen. Das war nun das dritte Domizil auf dem ehemaligen Freisassenhof. Durch die beiden in Brinkum erscheinenden Zeitungen "Das Verordnungsblatt für den Kreis Grafschaft Hoya" und "Der Mechaniker" erwuchsen dem Zweigpostamt Brinkum Mehrarbeiten durch Verpacken dieser Zeitungen. Daher wurde eine Kraft für den Innendienst genehmigt. Der Dienstposten des Telegr.-Leitungsaufsehers wurde jetzt zum Fernsprechamt abgegeben. In Brinkum wurden 6 Dienstposten geführt. |
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Heinrich Thiele und Friedrich Lüllmann vor Beginn der Zustellfahrt.
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1946 wurde das neue Postamt an der Bassumer Straße 151 bezogen. |
Das neuerbaute Postamt an der Bremer Str. 2 |
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Nachdem das bisherige Postamt für den wachsenden Postverkehr nicht mehr groß genug war, wurde auf der gegenüberliegenden Straßenseite, auf dem Grundstück G. Lohmann, ein neues Postamt gebaut. Die Eröffnung war am 11. April 1956. In dem Neubau befanden sich außer den Räumen für die Vermittlungsstelle Brinkum noch eine Wohnung für den Zweigpostamtsvorsteher sowie für den Telegrafenleitungsaufseher. Nach Inbetriebnahme der neuen Diensträume wurde der Gemeinde Brinkum ein modernes Postamt mit neuzeitlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt, welches aus damaliger Sicht auf lange Zeit allen Anforderungen gerecht |
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Mit einem Sonderstempel und einer historischen Postkutsche war das Postamt Brinkum an der 900-Jahr-Feier beteiligt. |
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werden sollte. Das Gebäude hatte der Bauunternehmer Oetken aus Oldenburg erbaut und an die Post vermietet. Vor dem Hause wurde eine Auffahrt für die in Richtung Bremen verkehrenden Postomnibusse geschaffen. Die Einwohnerzahl im Postamtsbereich (mit Erichshof und Hörden) erhöht sich von 1950 bis 1960 von 2 500 auf 5 700, dementsprechend wuchs der Personalbestand von 6 auf 9 Kräfte an. 1963 Die Oberpostdirektion war damit einverstanden, daß der Ortsteil Brinkum-Nord, welcher bis dahin vom Postamt Bremen 1 bedient wurde, wieder in den Zustellbereich des Postamtes Brinkum einbezogen wurde und daß künftig auch die Briefkastenleerung und - soweit möglich - auch die Telegramm- und Eilzustellung in Brinkum sowie die Vereinigte Brief- und Paketzustellung in Brinkum-Nord motorisiert wurden. Es wurde ein VW-Transporter eingesetzt und in Brinkum stationiert. Als Folge der Gemeindereform hatte auch die Deutsche Bundespost die Organisation ihres Amtsstellen- und Zustelldienstes den neuen Gegebenheiten anzupassen. Im Raume der Einheitsgemeinde Stuhr (Postleitzahl 2805) wurde die Umorganisation am 1. Oktober 1975 vollzogen. Von diesem Zeitpunkt an wurden die Zusteller der Poststelle Heiligenrode von Brinkum aus eingesetzt. |
Morgens hinter dem Postamt an der Bremer Straße. (von l. M. Bartsch, J. Schröder, J. Koch, Fr. Lüllmann)
Das neue Postamt an der Bassumer Str./Melcherstätte |
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Da die Vermittlungsstelle ins neuerbaute Dienstgebäude an der Syker Straße -Ecke Rönnekenstraße- umgezogen war, wurden die leergewordenen Räume jetzt für den gewachsenen Raumbedarf als Eingangs- und Zustellraum genutzt. Allerdings mußte der gesamte Posteingang die Treppe hinaufgetragen werden. Trotz des Raumgewinns reichte der Platz für das gesteigerte Verkehrsaufkommen nicht mehr aus. Ein Neubau wurde geplant. Nachdem in der Ortsmitte kein geeignetes Grundstück zu finden war, entschloß man sich, an der Bassumer Straße/Melcherstätte zu bauen. Am 4. September 1978 wurde mit den Arbeiten zum Neubau begonnen und am 19. Mai 1980 das neue Postamt seiner Bestimmung übergeben. Nach einer gegenüber 1950 zehnfachen Steigerung der im Brinkumer Postamt jährlich zu bearbeitenden 2,2 Millionen Sendungen wurde die Vergrößerung der Amtsräume unbedingt erforderlich. Das neue Haus wurde als zentrales Posteingangsamt der Gemeinde Stuhr gebaut. Täglich verteilten von Brinkum aus vier Paketzusteller und 18 Briefzusteller, acht davon motorisiert, die Post in alle Ortsteile der Gemeinde. Lediglich bei Postamt Stuhr 2 (Alt Stuhr) und Stuhr 4 (Varrel) verblieb die Brief- und Landzustellung. - Am Schalter waren bis zu drei Beamte tätig. Mit der neuen Postfachanlage standen jetzt 204 Fächer zur Verfügung, während es bisher nur die Hälfte waren. |
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